Unternehmensbewertung

Den objektiven und richtigen Kaufpreis für ein Unternehmen gibt es nicht. Dennoch hilft die Bewertung, eine Orientierung zu geben und grobe Fehleinschätzungen über den Unternehmenswert zu verhindern. Wer sein Unternehmen verkaufen möchte, sollte sich frühzeitig um eine Bewertung bemühen und ggf. durch wertsteigernde Maßnahmen ergänzen. Dann ist es möglich, aus einer gestärkten Position heraus zu verkaufen. Der Verkauf aus einer Zwangslage heraus (schlechte Ertragslage, Krankheit oder Tod des Unternehmers) wird den Kaufpreis deutlich reduzieren.Der Verkäufer hat oft wesentlich höhere Kaufpreisvorstellung als der Käufer, da er in dem Unternehmen sein Lebenswerk sieht, das er mit hohem persönlichen Einsatz und Verzicht aufgebaut hat. Dies möchte er im Kaufpreis berücksichtigt sehen. Für den Käufer dagegen spielen diese Überlegungen kaum eine Rolle, da er diese ideellen Werte zu Recht nicht mit bezahlen möchte. Zum anderen wird er Schwachstellen im Unternehmen zur Preisminderung nutzen

Bewertungsverfahren

Substanzwert

Hier wird versucht, die Kosten zu ermitteln, die entstehen würden, wenn man den Betrieb auf der “grünen Wiese” im gegenwärtigen Zustand neu errichten wollte. Vereinfacht kann dies wie folgt aussehen:Anschaffungs- oder Herstellungskosten (AHK). / . bislang auf die AHK angefallene Abschreibungen. / . Fremdkapital+ geschätzter Wert der immateriellen Güter (Patente, Lizenzen, Rechte u.ä.)= Substanzwert

Liquidationswert

Hier wird unterstellt, dass das Unternehmen aufgegeben wird. In diesem Fall wird geschätzt, welche Verkaufserlöse die Wirtschaftsgüter erzielen könnten, wenn sie einzeln verkauft werden. Die Summe dieser geschätzten Verkaufserlöse stellt dann den Liquidationserlös dar.Es liegt auf der Hand, daß dieses Verfahren viele kaufpreissteigernde Faktoren außer acht läßt und damit für den Verkäufer den ungünstigsten Wert darstellt.

Ertragswert

Die künftigen Erträge des Unternehmens werden auf den heutigen Tag abgezinst und addiert. Daraus erhält man den sogenannten Barwert, der dann einen Kaufpreis für das Unternehmen darstellt.

Mittelwertverfahren

Das Mittelwertverfahren versucht nun, aus den sehr unterschiedlichen Ergebnissen aus Substanz- und Ertragswertverfahren einen Mittelwert zu bilden, indem Substanzwert und Ertragswert mit einer Gewichtung versehen und dann erst zum Unternehmenswert addiert werden. Dies geschieht dadurch, indem man festlegt, daß z.B. der Ertragswert ein Gewicht von 75% am Gesamtwert haben soll. Demzufolge ist der Ertragswert mit 0,75 und der Substanzwert mit 0,25 zu multiplizieren